Haariges Argument.

Das Thema Friseur war und ist beim Sohnemann schon immer ein schwieriges. Ich weiß gar nicht mehr, wann wir das erste Mal überlegten, dass die Fusseln ein bisschen Form benötigen, aber er war schon über ein Jahr alt, als wir das erste Mal einen Friseurbesuch wagten. Er saß auf meinem Schoß, versorgt mit Spielzeug, alles schien perfekt. Es wurde geschnitten, gekämmt und in meiner mütterlichen Verklärtheit war ich tatsächlich der Meinung, dass mein kleiner Superheld das alles ganz wunderbar mit sich machen ließ.

Bis…. ja, bis eines (oder auch zwei) der abgeschnittenen Haare sich irgendwo in seinem Gesicht niederließ. Er wischte weg, bekam noch eins auf die Hand, wischte wieder, wischte sich eins (oder auch zwei) in den Mund, fing an zu wüten, die Tränen taten ihr Übriges mit den restlichen herumfliegenden Haaren und zackbumm, das war es dann mit den entspannten Friseurbesuchen.

Es war also nicht, wie oft bei Kindern, die Angst davor, dass Haare schneiden weh tun könnte, sondern die herumfliegenden Haare. Nach 2-3 Versuchen in einem Friseursalon, die nur bedingt erfolgreich endeten, beschlossen wir, uns der Öffentlichkeit zu entziehen. Eine Freundin meiner Schwiegermutter ist Friseurin und die übernahm die Haarschnitte nun bei ihren Hausbesuchen. Der klare Vorteil hier: Sie ist verdammt schnell, sehr flexibel in ihrer Körperhaltung beim Schneiden und noch dazu mag der Doozer sie. Während des Haareschneidens konnte man allerdings meinen, es müsse ein Exorzist hinzugezogen werden. (Den besorgten Nachbarn vom Haus gegenüber konnten wir auch schnell wieder beruhigen.)

Irgendwann war die Friseurin-Freundin aber im Urlaub und weil er wirklich aussah wie Struppi, habe ich mich mal an der Frisur versucht. Leider habe ich, was das Zaubern mit Haaren angeht, nicht das Talent meiner Mama vererbt bekommen und so tastete ich mich da erstmal langsam ran. Das Ergebnis war aber vorzeigbar und der Doozer war auch zufrieden. Der Vorteil, wenn ich das mache: Wir haben Zeit. Ich brauche eh etwas länger und lasse ihn zwischendrin immer kurz andere Dinge machen, damit der Druck aus der ganzen Angelegenheit kommt. Der Nachteil, wenn ich das mache: Jetzt darf kein anderer mehr das machen.

Nun ja, das Kindelein wird ja auch älter, was zwar immer eine dem Haareschneiden vorangehende Diskussion mit sich bringt, aber ab und an auch mal den Wunsch, mal eine Frisur wie Cole, Kai, Jay oder Zane (siehe hier, in der Version ohne Masken natürlich) zu haben. Hier verweise ich dann immer freundlich an die Damen und Herren vom Fach, weil Mama DAS dann doch nicht kann.

Gestern gab es mal wieder den Punkt, an dem er sagte, man könne sich so einen Friseursalon zumindest noch mal von innen anschauen. Gestern. Heute Morgen hat mich dieser wunderbare kleine Mensch dann allerdings gnadenlos an die Wand argumentiert…

Mama: „Hol mal noch dein Ninjago-Heft, das wolltest du doch der Friseurin zeigen, damit sie weiß, welche Frisur du haben möchtest.“
Doozer: „Ach nee, Mama, du sollst das wieder machen.“
Mama: „Aber ich krieg doch so coole Frisuren gar nicht hin.“
Doozer: „Das ist nicht schlimm, Mama, mach mal, wie du das immer machst, das find ich auch cool.“

Tja, machste nix. ❤

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