Gestern hab ich meinen Papa, der am Rande der Lüneburger Heide wohnt, besucht. Und auf dem Weg dahin bin ich “über Land” gefahren. War zwar zeitlich genauso lang, wie der Stau, der auf der Autobahn auf mich wartete, aber wesentlich schöner.
Und als ich da bei strahlendem Sonnenschein über die niedersächsischen Dörfer fuhr, wurde mir mal wieder sehr der Unterschied von Heimat und Zuhause bewusst. Ich wohne nur ein paar Kilometer von der Heimat entfernt, aber schon in Nordrhein-Westfalen und es erstaunt mich immer wieder, wie sehr ich das unterscheide.
Die typisch niedersächsischen Bauernhäuser, das immer platter werdende Land, die “Begrüßungen” am Ortseingang (Leeve Lüüd, föhrd langsam!) und riesige Windräder, all das hab ich auf der Fahrt in mich aufgesogen.
Dort, wo ich lebe, fühle ich mich wohl. Ich bin angekommen, im Dörfchen am Rande der westfälischen Stadt. Hier möchte ich alt werden und mit meiner kleinen Familie ein schönes Leben führen. Unser Haus steht hier genau richtig.
Aber meine Heimat wird immer Niedersachsen, vor allem das Schaumburger Land, sein.
Für mich zeigt sich die wahre Intelligenz eines Menschen unter anderem durch die Bereitschaft zur Toleranz gegenüber seinen Mitmenschen und durch die Fähigkeit, ohne Vorverurteilung hinterfragen zu können.
Schaff dir kleine Inseln. Nimm dir ein Buch, mach dir einen Tee dazu und kuschel dich lesend aufs Sofa. Nimm dir Zeit für dich und wenn es nur mal 5 Minuten sind.
Das hab ich mal zu einer Freundin gesagt, die sich selbst unheimlich unter Druck setzte mit allem, was sie tat.
Und jetzt musste ich mir mein eigenes Zitat wieder ins Gedächtnis rufen und es mir selbst vorbeten. Ich habe einen Blick zurück auf die letzten Wochen geworfen, die ohne Zweifel von schönen Erlebnissen geprägt waren. Aber die Zeit zwischen diesen schönen Erlebnissen haben alle Kraft, die ich daraus getankt hatte, so gut wie aufgefressen. Meinem Papa erzähle ich was von “ruhig angehen lassen” meiner Freundin rate ich zum “Gang zurück schalten” und ich selbst merke nicht, wie mir das bei mir schon länger nicht mehr gelungen ist. Ich muss noch dies, ich muss noch jenes, ich muss, ich muss, ich muss. Mein Lieblings-Cappuccino wurde nicht angerührt, meine neuen Bücher warten darauf, dass ich weiter lese und von “Inseln schaffen” war ich weit entfernt.
Schluss damit. Und weil ich gute Vorsätze zum Jahreswechsel eh nicht mache, ist es bei mir statt dem 1. Januar nun der 1. November.
Und nun sitz ich auf dem Sofa, habe mir gerade einen Cappuccino gemacht, freue mich auf das nächste Wochenende, das ich mit vielen Herzensmenschen verbringen darf, werde aus der Vorfreude schon Kraft ziehen und geniesse jetzt den Sonntagnachmittag.
Die letzten Tage waren wirklich ereignisreich und mir ist jetzt mal so danach, meine wirren Gedanken aufzuschreiben. Also jetzt hier keine Absätze im Dienste der Lesefreundlichkeit erwarten. Ok, Groß- und Kleinschreibung und Satzzeichen bekomme ich noch hin. Das wars dann aber auch. Himmel, waren die letzten Tage vollgepackt. So “informationsvoll” irgendwie. Eine wundervolle sms aus heiterem Himmel, von der ich am Samstagmorgen tatsächlich dachte, ich hätte nur davon geträumt. Ein Besuch bei meiner kleinen Schwester mit vielen netten Läster-Gesprächsthemen. Eine Autofahrt, bei der ich unglaublich viel nachgedacht habe. Kennt Ihr das? Man sitzt allein im Auto, hört gute Musik und die Gedanken springen von hier nach da, überschlagen sich, kommen zur Ruhe, irgendwie alles auf einmal. Und man kommt am Ziel an und man hat so ein Gesammelte-Erkenntnisse-unter-Käseglocken-Gefühl. Ganz komisch. Und zu Hause verändern wir grad so viele schöne Kleinigkeiten. Gestern hat der Liebste das neue Waschbecken zusammen mit dem SchwieVa angebaut. Nee, wat schön! Und der neu gepflasterte Hof ist sowieso wunderbar. Und jetzt stellen wir noch rechts und links an den Eingang zwei Buchsbaumkugeln. Die mag ich ja sehr. Und was auch ganz wunderbar ist: Meinen Liebsten geht es gut. Ja, und dann sind die kommenden Wochen wirklich sehr, sehr ereignisreich. Die Treffen mit lieben Freunden und Bloggern ziehen sich wie ein roter Faden hindurch, gekrönt von der ultimativen Zusammenkunft (unglaublich, unglaublich, unglaublich, Kinder, das wird ein Spaß). Dazu zwischendurch noch hier und da eine Prise Live-Musik vom Herrn Al-Deen, perfekt. Kurzum: Schöne Stunden mit Herzensmenschen. Und jetzt sitze ich hier, durchdenke diverse Klamottenfragen, schreibe Rundmails, plane Routen, bin angenehm aufgeregt und freue mich einfach so vor mich hin.
Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich, wenn man die ersten Anzeichen des Herbstes bemerkt. (Die mitgebrachte Erkältung hätte er dieses Jahr allerdings zu Hause lassen können.) Ich geniesse den Geruch von nassen Blättern, die klare Luft… ach, ich wiederhole mich gerade, glaube ich. Also verlinke ich jetzt einfach mal auf meinen Beitrag Liebeserklärung vom letzten Jahr.
Was ich ehrlich gesagt, nicht verstehe, ist, dass ich aus allen Richtungen zur Zeit höre, dass der Sommer ja so schlecht war. In den 8 Wochen von Anfang Juli bis Ende August gab es zusammengerechnet vielleicht 2 Wochen wirklich blöde Tage mit Regenwetter. Bleiben immer noch 6 Wochen, von denen sehr viele Tage über 26°C lagen. Was ist an so einem Sommer schlecht? Klar, nicht immer war in allen Regionen das gleiche Wetter, aber es war immer ausgeglichen. Wenn man dann noch die warmen Tage vor dem Juli dazu rechnet, können sich doch auch die “Sommerkinder” in diesem Jahr wahrlich nicht beschweren.
Das nette kleine Plugin, das anzeigt, was ich vor einem Jahr hier so geschrieben hab, hat mich heute ganz wehmütig werden lassen. Hach ja. Unser heißgeliebtes Hohwacht. Dieses Jahr leider nicht im Sommer, weil wir da den Hof pflastern. Aber wir haben gestern ernsthaft wieder über Silvester an der Ostsee nachgedacht.
Bis dahin träum ich mal ein bisschen weiter vom Meeresrauschen. Und da mein Papa mir heute mal wieder einen Link zu ganz fantastischer Musik geschickt hat, träumt es sich grad noch schöner (inklusive Gänsehaut und Kindheitserinnerungen).
Auf meinem Blog landet ja auch mal der eine oder andere Suchende. Manchmal sind da so bescheuerte kuriose Phrasen dabei, dass ich diese mal selbst eingebe, um zu gucken, wie die große Suchmaschine da nun den Zusammenhang auf meinen Blog erstellt hat.
Und dann suche ich und klicke ich und suche ich und klicke ich und spätestens bei Ergebnisseite 6 hab ich keine Lust mehr. (Auch, wenn ich selbst was suche, höre ich spätestens nach der dritten Seite auf, weil die Ergebnisse ja immer weniger relevant sind zu dem, was ich wissen will.)
Und dann frag ich mich, ob die Leute, die dann irgendwann auf Seite 743 die Verbindung zu meinem Blog anklicken, einfach nur endlose Langeweile haben oder schon so verzweifelt auf der Suche sind, dass sie jeden Strohhalm greifen.
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