Danke Muri.

Wer mich kennt, weiß, dass ich schon seit meiner Kindheit eine besondere Liebe zu Autos habe. Familiär bedingt bin ich damit groß geworden und die Liebe ist nie weniger geworden.

Gestern nun haben wir uns von Muri getrennt. Unser VW Bora Variant in dunkelblau. Unser erstes neu gekauftes Auto.

Muri.
4.915 Tage, das sind fast 13,5 Jahre.
297.118 km.
Manchmal hat jetzt im Alter die Elektronik ein bisschen verrückt gespielt und das eine oder andere Zipperlein plagte. Aber kein Fleckchen Rost und niemals, wirklich niemals hat er uns im Stich gelassen. Selbst jetzt, mit den vielen Kilometern, lief der Motor wie ein Uhrwerk und hat den Mann zuverlässig die 40 km zur Arbeit und zurück gebracht. Aber nun war es Zeit für die Autorente.

Danke Muri.

(Und warum eigentlich Muri?
Als wir den Wagen kauften, fragte uns ein Freund, was wir jetzt für ein Auto hätten. Der Mann antwortete „Nen Bora.“ Und der Freund verstand was anderes. „Wie? Nen Murat?“ Und da war der Name da. Aus Murat wurde dann mit der Zeit Muri. Ja, so schräg sind wir manchmal. 😉 )

29.

Seitdem unser Sohn auf der Welt ist, mag ich dieses Datum sehr. Heute ist er 16 Monate alt. ♥

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Aber den 29.12., den mag ich nicht.

Das war vor genau 20 Jahren ein trauriger Tag, das war vor 2 Jahren ein trauriger Tag und wie ich gerade erfahren habe, war auch heute auch ein trauriger Tag.

🙁

Warteschleife.

Hier wird gewartet.

Auf alles Mögliche.

Besseres Wetter, Urlaubsbeginn, Veränderungen, Entscheidungen, unerwarteter Geldsegen (widerspricht sich, ich weiß, aber wartet man ja trotzdem irgendwie immer drauf).

Aber was nützt es. Darauf zu warten, beeinflusst es nicht, also ist es nur eine Frage, wie man das Warten gestaltet. In diesem Sinne:

Alle Dinge kommen zu dem, der zu warten versteht.
Henry Wadsworth Longfellow

(Nein, ich werde es nicht 90 % meiner Twitter-Timeline gleichtun, wir warten nicht auf weiteren Nachwuchs bzw. irgendwelche Anzeichen dafür. Wollte ich nur erwähnt haben. 😉 )

Lesen, was andere machen.

So hat die gute Tina Pappnase in diesem Artikel beschrieben, wie es meistens aussieht, wenn sie online geht. Und ich erkenne mich da sehr wieder. Ich setze mich ans Laptop, wenn der Kleine schläft oder schaue zwischendurch mal über das Handy rein und lese, was andere machen.

Hier im Blog ist es schon länger ruhig. Ich nehme mir immer mal wieder vor, mehr zu schreiben, aber es ist tatsächlich so, man überlegt, ob das nicht zu langweilig/uninteressant ist für die, die hier vorbei schauen. Aber genau das wollte ich eigentlich nie. Und in diesem Artikel von Ende Januar hatte ich ja auch mal was von „nicht einstauben lassen“ geschrieben. 😳

Sicherlich spielt es auch eine Rolle, dass ich hier so gut wie nichts über unseren kleinen Sohn schreibe. Da sich aber der Alltag natürlich in erster Linie um ihn dreht, sind die anderen „Berichts“themen eher rar gesät. Was nicht heißt, dass hier nichts los ist. 😉 Ich werde mir noch mal das Passwort-Ding für Beiträge über ihn durch den Kopf gehen lassen und alles andere werde ich einfach mal so schreiben, wie es mir einfällt. Nicht täglich, aber für den Anfang wenigstens wöchentlich. Ging ja früher auch. 🙂

Blickwinkel 6.

Es wird mal wieder Zeit für ein paar Blickwinkel hier. Die letzten sind ja noch vor der Geburt gewesen…

Hinter uns liegt ein sehr schönes Wochenende mit der Herzensfreundin. Nach über einem Jahr konnten wir uns endlich wieder richtig in die Arme nehmen. 485 km ist aber auch zu weit. Echt mal. Aber ganz bald sehen wir uns schon wieder. ❗

Der kleine Doozer wächst und gedeiht. Und wächst. Und hat seine ersten beiden Zähnchen (zumindest sind sie beide schon durch). Und wächst. Und dreht sich. Erwähnte ich schon, dass er wächst? (Der will wohl seinen Papa einholen… ➡ )

Was mich im Moment sehr ärgert, ist, dass wir hier keinen papafreundlichen Babyschwimm-Kurs finden. Und dabei hat der Kleine so einen Spaß im Wasser. Ich darf nicht und Papa muss zu den Zeiten, die wir hier hätten, arbeiten. Wochenendkurse haben wir irgendwie gar nicht. 🙁

Nächste Woche bin ich wieder für ein paar Tage im Krankenhaus, endlich die doofe Geschichte abschliessen und einen dicken Haken dahinter machen.

Ich fänd´s ja nicht schlecht, wenn jetzt kein Schnee mehr kommt. Bei dem tollen Wetter gestern und heute ist einem schon so schön nach Frühling. Nun ja. Man kann ja mal träumen.

www.

Manchmal denke ich, man hätte sich den Tag aufschreiben sollen, an dem man zum ersten Mal zu Hause online gegangen ist. „Damals“ noch mit einem klickernden 56k Modem (meins war froschgrün mit einem transparenten Gehäuse) und dem byCall-Tarif. Da konnte ja keiner ahnen, was daraus noch werden würde.

Das erste Mal in einem Chat angemeldet (Kennt jemand noch „gimix“, den alten Chat von GMX? Kommt mir vor, als wär das 100 Jahre her…), die einzige große Ehekrise wegen des blöden Chattens gemeistert (und gestärkt gemeinsam raus gekommen), das erste Mal einem Fanclub beigetreten (eine der besten Entscheidungen meines Lebens), das erste Mal begonnen, ein eigenes Blog zu schreiben.

Foren, facebook, twitter, alles kam irgendwann, irgendwie dazu. Und es macht Spaß. Ich bin gerne im Netz unterwegs. Ich informiere mich gern, bin gern „auf dem Laufenden“, ich lese gern Blogs, tausche mich gern aus. Wobei ich allerdings auch immer versuche, einen Informations-„Overload“ zu vermeiden. Gerade bei der hinter mir liegenden Schwangerschaft beispielsweise. Da hab ich einen Newsletter abonniert, mit dem ich auch jetzt noch sehr zufrieden bin und gut. Zu viel verwirrt mich persönlich da mehr, als dass es mir weiter hilft. Aber es ist trotzdem ungemein praktisch, eine Frage mal eben zu ergoogeln, bevor man Mann und Maus verrückt macht.

Das für mich Beste am Internet sind aber die Menschen, die ich dadurch kennen lernen durfte. Die Herzensfreundin, die guten Freunde, die einen unglaublich überraschen, Menschen, die ich nicht mehr missen möchte. Menschen, an deren Leben man teilnimmt, mit denen man sich austauscht und andere Sichtweisen erlebt. Es geht, es funktioniert.

Das Internet ist sicher nicht immer rosa-Wölkchen-fein, aber mit der nötigen Vorsicht und ein bisschen Mut bereichert es einen.

Das große böse Internet. Oder ist es doch gut? Wer weiß das schon, es ist doch wie immer im Leben, es kommt immer darauf an, was man daraus macht.

(Das geht mir irgendwie seit Tagen durch den Kopf und musste jetzt mal raus.)

So oder so.

Gestern hab ich meinen Papa, der am Rande der Lüneburger Heide wohnt, besucht. Und auf dem Weg dahin bin ich „über Land“ gefahren. War zwar zeitlich genauso lang, wie der Stau, der auf der Autobahn auf mich wartete, aber wesentlich schöner.

Und als ich da bei strahlendem Sonnenschein über die niedersächsischen Dörfer fuhr, wurde mir mal wieder sehr der Unterschied von Heimat und Zuhause bewusst. Ich wohne nur ein paar Kilometer von der Heimat entfernt, aber schon in Nordrhein-Westfalen und es erstaunt mich immer wieder, wie sehr ich das unterscheide.

Die typisch niedersächsischen Bauernhäuser, das immer platter werdende Land, die „Begrüßungen“ am Ortseingang (Leeve Lüüd, föhrd langsam!) und riesige Windräder, all das hab ich auf der Fahrt in mich aufgesogen.

Dort, wo ich lebe, fühle ich mich wohl. Ich bin angekommen, im Dörfchen am Rande der westfälischen Stadt. Hier möchte ich alt werden und mit meiner kleinen Familie ein schönes Leben führen. Unser Haus steht hier genau richtig.

Aber meine Heimat wird immer Niedersachsen, vor allem das Schaumburger Land, sein.

So ist das eben mit Zuhause und Heimat.

Ansichtssache.

Für mich zeigt sich die wahre Intelligenz eines Menschen unter anderem durch die Bereitschaft zur Toleranz gegenüber seinen Mitmenschen und durch die Fähigkeit, ohne Vorverurteilung hinterfragen zu können.