Höhen und Tiefen.

Ja, der gestrige Feierabend war wirklich geprägt von Höhen und Tiefen. Aber von vorn.

Um 17.15 Uhr hatte ich den Termin für die Feindiagnostik. Da saßen (ich lag natürlich) wir nun, der Gatte und ich, im abgedunkelten Raum vor dem riesigen Flachbildschirm an der Wand und bewunderten dieses kleine Wunder – unser Kind. Wir sahen und hörten das Herz schlagen, alles, was da sein muss, ist da und es war einfach nur schön, vom Arzt die Worte „ich hab da keinen Grund zur Klage“ zu hören. Der Arzt war sowieso klasse. Hier zwei Kostproben seiner Kommentare: „Das Kleinhirn ist gut ausgebildet, Klavier spielen kann es also, ich kann nur noch nicht sagen, wie gut.“ oder „Zwei Ohren hat es auch, somit fällt DIE Ausrede schon mal weg, wenn es mal nicht hören will.“ Wirklich sehr sympathisch, war eine tolle Atmosphäre. Am Schluß bekamen wir ein schönes „Passbild“ im Profil (nicht in 3 D, aber nicht weniger schön 🙂 ) und fuhren glücklich wieder nach Hause.

Der Gatte freute sich, dass es nicht so spät geworden war und er somit noch zu seiner wöchentlichen Fußball-Runde fahren konnte. Ich rief ihm noch das obligatorische „sei vorsichtig“ hinterher und nachdem ich noch ein bisschen mit Shreki telefoniert hatte, machte ich mir was zum Abendessen.

Ich hatte gerade angefangen, zu essen, als das Telefon klingelte mit einer mir unbekannten Nummer, die sehr nach Callcenter aussah. Zum Glück bin ich trotzdem ran gegangen, am anderen Ende war der Gatte mit den Worten „Hol mich mal bitte ab, ich hab den Ball auf´s Auge bekommen, ich seh nichts mehr.“ Na danke, das ist genau das, was man nicht hören will. Ich also los und ihn abgeholt und direkt ins Klinikum gefahren.

Jahaaa, das schöne neue Klinikum, mit allen Fachabteilungen unter einem Dach, da wird einem geholfen. Sollte man meinen. Den ironischen Unterton darf man sich hier gern dazu denken. Aber weiter im Text.

Wir gehen also zur Info, an der man uns in die Notaufnahme schickt, nachdem der Gatte erklärt hat, was passiert ist. Dort werden wir nach Vortragen unseres Anliegens entgeistert angeguckt, nach dem Motto „Und was wollen Sie dann HIER?“ und bekommen eine 0180er Telefonnummer vom augenärztlichen Notdienst (die man uns übrigens an der Info schon hätte geben sollen…). Gibt ja keine Augenklinik innerhalb des Klinikums, neeeeein. Da kommt man wohl nur hin, wenn man das Auge schon in der Hand hat. (Sorry, aber da kriegt man echt zu viel…) Als wir wieder rausgehen, sag ich noch im Spaß „Pass auf und der erzählt uns gleich, dass wir irgendwo in die Pampa fahren müssen.“ Hätt ich man den Mund gehalten. Der nette Mensch erzählte uns dann nämlich, dass wir nach Herford fahren müssten. Das ist zwar nicht Pampa, aber von uns aus mal eben geschmeidige 30 km über die – ja immer so schön wenig befahrene – A2. Wir waren beide geladen. Aber was nutzt es, wir wollten ja schnelle Hilfe und hatten keine Lust auf langwierige Diskussionen im Klinikum, also ab auf die Autobahn. Die halbstündige Fahrt hatte zumindest den Vorteil, dass der Gatte immer besser sehen konnte. Zum Glück.

Der sehr nette Augenarzt stellte dann eine Augapfelprellung fest und konnte sonst keine weiteren Verletzungen entdecken. Das muss er nun mit Tropfen behandeln und nächsten Montag dann noch mal hier zum Augenarzt.

Im Nachhinein sind wir natürlich froh, dass alles so gut ausgegangen ist, aber der, der sich diese bescheuerte Notdienstregelung ausgedacht hat, kann echt nicht ganz dicht sein. Wir wohnen in einer – gemeinhin als „Mittelstadt“ bezeichneten – Stadt mit 83.000 Einwohnern mit 6 Augenarzt-Praxen und einer Augenklinik. Und werden dann in eine 30 km entfernte Stadt geschickt, die noch dazu zu einem ganz anderen Kreisgebiet gehört. Als wir die Schwiegereltern anriefen, um Entwarnung zu geben, dachten die, wir wollten sie veräppeln, als wir sagten, wo wir sind. Das ist echt unglaublich. Armes Deutschland.

Höchste Zeit…

… für eine neuerliche Ansage an die achtbeinigen Hausgenossen.

Der Gatte ist zur Zeit zwar nicht unterwegs, aber es empfiehlt sich für Euch in diesen Zeiten, trotzdem nicht in meinem Blickfeld zu erscheinen. Warum? Nun, ich erzähle Euch die Geschichte von Eurem nicht gerade klein gewachsenen Kollegen, der gestern Abend im Halbdunkel neben mir die Schlafzimmerwand herunterkam. In meine Richtung. Nicht gerade langsam unterwegs. Mein Adrenalinspiegel erreichte schwindelerregende Höhen, ich quetschte ein „Schatz,dakommteineganzdickeSpinnedieWandrunter“ zwischen meinen zusammengebissenen Zähnen hervor und hechtete über meinen Gatten hinweg raus aus dem Schlafzimmer. Dazu möchte ich nun folgendes festhalten:

  1. Ich bin schwanger.
  2. Zu viel Adrenalin lässt den Nachwuchs Steptanz machen, das ist doof, wenn man schlafen will. Nicht gut.
  3. Hechtsprung über den Gatten hinweg könnte in der kommenden Zeit immer schwieriger werden, weil siehe 1., also habt Erbarmen mit mir.
  4. und für Euch am Wichtigsten: Der Gatte hat grad einen verstärkten Beschützerinstinkt (siehe 1.), was bedeutet, dass er nicht lange umständlich ein Behältnis aus der Küche in der unteren Etage holt, sondern kurzerhand zum 47er Schlappen greift.

Klar so weit? Gut. Dann lasst Euch nicht blicken.

(Himmel, war mir schlecht gestern Abend, brauch ich nicht noch mal…)

Es gibt ja…

… so Sätze, die möchte man an einem Freitag Nachmittag nicht in einer sms lesen. Einer davon ist: „Ich hab grad nen Unfall gebaut. :sad:“, wenn man weiß, dass die gute Frau Bollenhut auf dem Weg zu ihrer Zwischenstation ist, bevor sie morgen zu mir kommt.

Aber zum Glück ist niemandem etwas passiert, nur das schöne, fast neue Auto hat ein bisschen gelitten. Nun hat sie einen Leihwagen und kommt heute Nacht noch her.

Und jetzt beruhig ich mich auch langsam wieder.

So nicht.

Hömma, Du blödes achtbeiniges Mistvieh. Als ich mal davon sprach, dass Ihr Euch im Haus möglichst nicht blicken lasst, weil besser für Euch, hab ich nicht davon geredet, dass Du Dich in unseren Briefkasten verziehst und da auf mich wartest, wenn ich die Post holen will.

(Schon mal ne fette behaarte Hauswinkelspinne auf nem weißen Briefumschlag erblickt, wenn man grad danach greifen will? Braucht kein Mensch… )

Da ist Schluss.

Ich habe nur ein kleines (bis mittleres) Problem damit, wenn ich einen ängstlicheren oder älteren Autofahrer vor mir habe, der vielleicht 68 km/h statt 70 km/h auf der Landstraße fährt und von mir aus auch mit 25 km/h durch die 30er-Zone zuckelt. Es ärgert mich zwar, ich halte das in besonders extremen Fällen auch für verkehrsbehindernd, aber 30er-Zonen sind meist nicht lang und auf der Landstraße darf ich ja meistens auch überholen.

Aber was ich heute Morgen erlebt habe, hat alles in den Schatten gestellt. Vor mir ein Kleinwagen. In der 30er Zone: Schrittgeschwindigkeit (7 km/h). Dann überqueren einer Bundesstraße. Bis er drüben war, hätte ich noch ein gepflegtes zweites Frühstück einschieben können. Abbiegen an der Ampel auf die Landstraße, er bleibt natürlich vor mir. Nun gut, ich kann ja gleich überholen. Dachte ich. Wir sind auf gerader Strecke (70er-Bereich), er fährt keine 40 km/h. Der Wagen hinter mir kommt mir zuvor und will uns beide überholen. Was macht der Kleinwagenfahrer? Fährt schööööön weit links.  Der andere kommt gerade so eben dran vorbei.

Ich überlege, ob ich es trotzdem wagen soll. Ich beobachte noch ein bisschen und nachdem er wohl doch gemerkt hat, dass man rechts bleiben sollte (alles immer noch mit der atemberaubenden Geschwindigkeit von 40 m/h), setze auch ich zum Überholen an. Und in der nächsten Sekunde überlege ich, zwischen welchen beiden Bäumen ich am besten durch fahren kann, um auf dem Feld und nicht an einem dieser Bäume zu landen. Denn auch bei mir zog er sofort nach links. Ich konnte kurz nach rechts schauen und am Steuer des Kleinwagens saß ein sehr, sehr alter Herr, der mich mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. Der gute Mann erschreckt sich wohl offensichtlich sehr, wenn er überholt wird.

Ich kam zum Gück heile im Büro an, aber mit einem Adrenalinspiegel, der mich zittern ließ. Und dann habe ich bei der Polizei angerufen. Verkehrsbehinderung, ok, aber was da ablief, war Verkehrsgefährdung. Da ist Schluss. Da bleib ich nicht ruhig. Ich bin die letzte, die wegen jedem Pups bei der Polizei anruft, aber ich hatte wirklich Angst. Der Beamte beruhigte mich und meinte, dass es gut wäre, dass ich Bescheid gesagt hätte und es wäre eh ein Streifenwagen in der Ecke. Ich hoffe für alle anderen Verkehrsteilnehmer, dass die Polizisten ihn anhalten konnten.

Und wieder einmal wurde meine Meinung untermauert, dass es Pflicht werden sollte, dass Autofahrer ab einem gewissen Alter ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen müssen.

Ich könnte kotzen.

Wie krank muss ein Mensch sein?

Selbstredend sind solche Taten immer furchtbar und verachtenswert, aber wenn sowas im Nachbarort passiert, trifft es einen doch noch mal auf ganz andere Weise.

Das Mädchen kann sich nach einem Schädelhirntrauma nicht an die Tat erinnern. Ich wünsche ihr, dass sie wieder ganz gesund wird, aber diese Erinnerung darf auch gern weg bleiben.

Fassungslos.

Ich sitze hier und ich schwanke zwischen Entsetzen und Mitleid. Spiegel TV bringt gerade einen Bericht über Ani.ma.l Ho.rdi.ng. Mir fehlen die Worte.

Freitagabend.

  • Nach der Arbeit ein sehr nettes Wiedersehen mit einer lieben ehemaligen Kollegin gehabt. Wenn man sich ein paar Jahre nicht hört und sieht,  vergehen 2 Stunden Quatschen wie im Flug.
  • Die Chartshow mit „Herzschmerz“-Songs verursacht bei mir hier gerade einen Flashback nach dem Nächsten. Hach…
  • Wenn man hört, dass der Lieblings-Lana-Futter-Laden komplett abgebrannt ist letzte Nacht, muss man schon schlucken. Vor allem, wenn man an die Tierchen denkt, die im Laden waren. 🙁 Und was für ein Schock für die netten Mädels dort. Was muss das für ein Sche.iß-Gefühl sein, wenn man zur Arbeit kommt und man sieht nur noch eine Ruine, da wo mal der Laden war.
  • Morgen Möbelschwede. Leider ohne die Lieblingskollegin Eva, die krank das Bett hüten muss (Gute Besserung noch mal!), aber selbstredend ist La Unterholzbewohnerin wieder mit von der Partie. Bloggertreffen beim Möbelschweden – besser geht´s fast nicht. 😀
  • Unsere Hundedame Lana hat heute Geburtstag. 🙂 13 Jahre ist die Kröte schon. 12 1/2 davon ist sie bei uns. In Menschenjahren ist sie so ca. 90.  Ich finde, sie ist ne verdammt knackische Ommi. 😉 Mittlerweile ist sie natürlich ruhiger geworden und schläft mehr, aber bis auf die normalen Alters-Zipperlein geht es ihr gut. Glückwunsch, Pusti-Maus! 😀