Meinung.

In den letzten Tagen kam man fast nicht dran vorbei, einen Artikel zu lesen, in dem eine Bloggerin darüber schrieb, dass die rosafarbene Brotdose Ihres Sohnes ein anderes Kind veranlasste, darüber zu spotten.

Ich möchte an dieser Stelle – mit freundlicher Erlaubnis – eine Mutter zitieren, die vor ein paar Tagen zu diesem Thema bei facebook auch meine Sicht der Dinge auf den Punkt brachte:

manchmal ärgert es mich maßlos wenn ich mitbekomme, wie bereits kleine kinder, die ideale ihrer eltern umsetzen müssen oder an ihnen erwachsene ideologien statuiert werden. wo die farbe einer brotdose bereits zum genderdrama ausartet. wo der griff zum rübergereichten wurstrad bereits ernährungsdiskussionen auslöst. nie empfand ich eltern egozentrierter in der umsetzung ihrer erziehungsideale, niemals verbohrter. unter dem deckmäntelchen der grösstmöglichsten palette an möglichkeiten, freiheiten und der bedürfnisorientierung für das eigene kind verbirgt sich in wahrheit eine erschreckende intoleranz und unfähigkeit, tatsächlich die bedürfnisse des kindes wahrzunehmen und von den eigenen zu lassen.

in einer meiner lieblingsserien gibt es eine lehrerin, die gefragt wird, warum sie eigentlich lehrerin geworden ist worauf sie antwortet „um die kinder vor ihren eltern zu beschützen.“ wie recht sie doch hat.

Zitat: jc

Seitdem ich den Artikel gelesen hatte, schwirrten mir genau diese Gedanken im Kopf rum. Ich formulierte, dachte nach und als die liebe jc das schrieb, dachte ich nur „DANKE“. Denn so hätte ich das niemals in Worte fassen können. Ich beschränke mich jetzt mal auf die Gender-Sache, das mit der Ernährung (vegan, vegetarisch etc.) ist für mich noch mal ne ganz andere Nummer, darauf möchte ich hier erstmal nicht weiter eingehen.

Natürlich sollen Kinder sich entfalten können, wie sie möchten. Aber mal ganz ehrlich, in einer Gesellschaft, in der es Frauen- und Männersalz, Frauen- und Männerkartoffelchips und Frauen- und Männergrillsaucen gibt, ist es schwierig, dem ganzen Irrsinn entgegen zu wirken. Und das muss ich auch nicht ausgerechnet mit „Hilfe“ meines Kindes tun. Ich verurteile das selbstverständlich nicht pauschal, wie bei allen Themen gibt es auch hier Eltern, die einen guten Weg gefunden haben. Was mich stört, sind die von jc erwähnten Eltern, die ihre Erziehungsideale mit unglaublicher Verbohrtheit durchsetzen wollen.

Ich mag es natürlich auch nicht, wenn Frauen und Mädchen als „schwach“ und Männer und Jungs als „stark“ kategorisiert werden. Meine Aufgabe ist es aber an dieser Stelle doch, meinem Kind mit auf den Weg zu geben, dass eben genau das nicht so ist, dass es so viele Facetten und Möglichkeiten gibt.

Unser Sohn wächst mit einer technikaffinen Mutter auf, die auch gern Möbel zusammenbaut und hat einen Vater, der gern am Herd steht oder das Haus wischt und putzt. Wir thematisieren das aber in keinster Weise, es ist eben normal. Und wenn wir Schuhe oder Kleidung kaufen, sucht er sich Sachen aus, die er „cool“ findet. Da war bisher noch nichts dabei, das man für gewöhnlich eher einem Mädchen kaufen würde. Ob wir das so beeinflusst haben? Ich habe keine Ahnung, unbewusst vielleicht schon. Aber das ist mir im Endeffekt auch egal.

Denn ich sehe, dass er sich wohl fühlt und dass er glücklich ist.

 

Haariges Argument.

Das Thema Friseur war und ist beim Sohnemann schon immer ein schwieriges. Ich weiß gar nicht mehr, wann wir das erste Mal überlegten, dass die Fusseln ein bisschen Form benötigen, aber er war schon über ein Jahr alt, als wir das erste Mal einen Friseurbesuch wagten. Er saß auf meinem Schoß, versorgt mit Spielzeug, alles schien perfekt. Es wurde geschnitten, gekämmt und in meiner mütterlichen Verklärtheit war ich tatsächlich der Meinung, dass mein kleiner Superheld das alles ganz wunderbar mit sich machen ließ.

Bis…. ja, bis eines (oder auch zwei) der abgeschnittenen Haare sich irgendwo in seinem Gesicht niederließ. Er wischte weg, bekam noch eins auf die Hand, wischte wieder, wischte sich eins (oder auch zwei) in den Mund, fing an zu wüten, die Tränen taten ihr Übriges mit den restlichen herumfliegenden Haaren und zackbumm, das war es dann mit den entspannten Friseurbesuchen.

Es war also nicht, wie oft bei Kindern, die Angst davor, dass Haare schneiden weh tun könnte, sondern die herumfliegenden Haare. Nach 2-3 Versuchen in einem Friseursalon, die nur bedingt erfolgreich endeten, beschlossen wir, uns der Öffentlichkeit zu entziehen. Eine Freundin meiner Schwiegermutter ist Friseurin und die übernahm die Haarschnitte nun bei ihren Hausbesuchen. Der klare Vorteil hier: Sie ist verdammt schnell, sehr flexibel in ihrer Körperhaltung beim Schneiden und noch dazu mag der Doozer sie. Während des Haareschneidens konnte man allerdings meinen, es müsse ein Exorzist hinzugezogen werden. (Den besorgten Nachbarn vom Haus gegenüber konnten wir auch schnell wieder beruhigen.)

Irgendwann war die Friseurin-Freundin aber im Urlaub und weil er wirklich aussah wie Struppi, habe ich mich mal an der Frisur versucht. Leider habe ich, was das Zaubern mit Haaren angeht, nicht das Talent meiner Mama vererbt bekommen und so tastete ich mich da erstmal langsam ran. Das Ergebnis war aber vorzeigbar und der Doozer war auch zufrieden. Der Vorteil, wenn ich das mache: Wir haben Zeit. Ich brauche eh etwas länger und lasse ihn zwischendrin immer kurz andere Dinge machen, damit der Druck aus der ganzen Angelegenheit kommt. Der Nachteil, wenn ich das mache: Jetzt darf kein anderer mehr das machen.

Nun ja, das Kindelein wird ja auch älter, was zwar immer eine dem Haareschneiden vorangehende Diskussion mit sich bringt, aber ab und an auch mal den Wunsch, mal eine Frisur wie Cole, Kai, Jay oder Zane (siehe hier, in der Version ohne Masken natürlich) zu haben. Hier verweise ich dann immer freundlich an die Damen und Herren vom Fach, weil Mama DAS dann doch nicht kann.

Gestern gab es mal wieder den Punkt, an dem er sagte, man könne sich so einen Friseursalon zumindest noch mal von innen anschauen. Gestern. Heute Morgen hat mich dieser wunderbare kleine Mensch dann allerdings gnadenlos an die Wand argumentiert…

Mama: „Hol mal noch dein Ninjago-Heft, das wolltest du doch der Friseurin zeigen, damit sie weiß, welche Frisur du haben möchtest.“
Doozer: „Ach nee, Mama, du sollst das wieder machen.“
Mama: „Aber ich krieg doch so coole Frisuren gar nicht hin.“
Doozer: „Das ist nicht schlimm, Mama, mach mal, wie du das immer machst, das find ich auch cool.“

Tja, machste nix. ❤

Vom Trocknen.

„Isser noch nicht trocken? Is doch bald 4, oder?“

Es waren zum Glück nicht viele, aber die wenigen, die das so gefragt haben, gingen mir schon auf die Nerven. Wir wurden generell eher wenig mit den diversen „kann er schon, macht er schon, also bei uns hat immer das und das geholfen“-Ausführungen behelligt. Darüber bin ich auch sehr froh. Aber dieses Windelding ist wohl ein Thema, welches die Gemüter wirklich tiefer beschäftigt.

Wir sind der Meinung, dass es am besten ist, wenn der Doozer das Tempo selbst bestimmt. Das war bisher bei vielen „Meilensteinen“ so und deswegen haben wir uns auch beim Windelthema überhaupt nicht verrückt gemacht. Auch der Kindergarten ist da sehr entspannt, aus deren Erfahrung war es sogar oft so, dass Kinder, denen auf Biegen und Brechen die Windelfreiheit „anerzogen“ wurde, kurz vor der Einschulung noch mal einen Rückschritt gemacht haben.

Wir haben schon seit über einem Jahr den doppelten Toilettendeckel, bei dem auch Kinder ihre eigene kleine Brille haben. Er war dann mal neugierig, kletterte – mit Windel – drauf, machte was, ging wieder runter und so weiter. Manchmal fragten wir ihn ganz nebenbei, ob er auch auf Toilette gehen möchte, mal wollte er, mal wieder nicht.

Kurz, bevor wir in diesem Jahr in den Sommerurlaub gingen, äußerte er nachmittags immer öfter, dass er ohne Windel laufen möchte und auch im Kindergarten schloß er sich an, wenn es nach dem Mittagessen hieß, dass die Kinder, die Mittagsschlaf halten, noch mal zur Toilette gehen. Im Urlaub ließen wir ihn bis auf die Hinfahrt ohne Windel und auf einmal klappte alles von allein, 3 Tage „üben“, Thema erledigt.

Was mir mit dem Post eigentlich auf dem Herzen liegt: Mamas, macht Euch nicht verrückt! Lasst Euch und Eure Kinder nicht unter Druck setzen und tut das auch selbst nicht. Das Windelding ist ganz besonders ein Thema, bei dem man gut daran tut, dem Kind mehr Entscheidung zu überlassen und vor allem auch zuzutrauen.

Blickwinkel 12.

Viel los hier bei uns gerade.

Den ersten Infekt mit so-richtig-flach-liegen in diesem Jahr haben wir letzte Woche abgehakt. Heute sind wir dann wieder alle wieder ganz fit in Kindergarten und Büro gegangen, bei dem netten Wetter da draußen fiel das dann auch gleich viel leichter.

Am Donnerstag hab ich mir die Herren von Sunrise Avenue mal „in echt“ angeschaut und das war wirklich klasse. Ich mag es immer sehr, wenn sich Künstler live noch besser anhören, als auf CD und das kann leider wirklich nicht jeder Musikschaffende von sich behaupten. (Da durfte ich auch leider schon die eine oder andere im wahrsten Sinne ohrenbetäubende Erfahrung machen.) Umso mehr freuten wir uns über eine tolle Show mit zwei guten Vorbands und einen angenehm entspannten Abend. (Gut, das hannoveraner Publikum glänzte nicht gerade durch ekstatischen Enthusiasmus, aber das ist eben so, da in Niedersachsen. Den Musikern hat es trotzdem gefallen, hab ich gehört.)

Der Doozer macht schon seit ein paar Wochen einen Wassergewöhnungskurs und wir sind alle begeistert, wie viel Spaß er daran hat, da werden wir auf jeden Fall am Ball bzw. im Wasser bleiben und weitere Kurse folgen lassen. Eine kurze Zeit haben die Kinder während der Stunde dann auch Schwimmflügel und „Pinguinfüße“ an und wenn das der Fall ist, dürfen Mama oder Papa nicht mal ansatzweise helfen, da faucht uns die kleine Wasserratte gleich von der Seite an. 😆

Vorletzte Woche gab es dann von den umliegenden Grundschulen eine Einladung für eine erste Informationsveranstaltung für die Schulanfänger 2016. Ich bin gespannt. (Wenn ich nicht gerade ➡ )

Wenn alles klappt, schauen wir uns diese Woche nach einem neuen Auto für den Gatten um, unser guter, treuer VW Bora darf mit knapp 260.000 km auf dem Tacho so langsam in Rente gehen. Meinem Auto gönne ich demnächst einen schicken neuen Lenkrad-Bezug beim Sattler. Ist ja auch was.

Wir freuen uns auf diverse schöne Treffen mit Freunden in diesem Jahr, einige davon haben wir schon viel zu lange nicht gesehen. Ganz viel zu lange.

Hier so.

Den von Frau Brüllen ins Leben gerufene WMDEDGT-Tagebuch-5. hab ich jetzt im November mal ausgelassen. Naja, ich hatte zwar morgens um 6.21 Uhr geschrieben, dass ich gerade aufgestanden bin und in der Nacht ziemlich viel wirres Zeug geträumt hatte, aber das war es dann auch schon. Tagsüber hatte ich irgendwie keine Zeit, weiter zu schreiben, abends keine Lust, mich ans Laptop zu setzen und den Tag noch mal Revue passieren zu lassen und dann war schon der 6. und dann der 7., nun ja. Im Dezember dann wieder.

In der letzten Zeit hatte ich so oft das eine oder andere Thema im Kopf, über das ich hier schreiben wollte und dann kam doch wieder was dazwischen. Und müde, ja müde bin ich auch. Letzte Woche war ich mit meinem Schwesterherz beim Konzert von Bruno Mars in Hamburg und in der Nacht danach habe ich nur 2,5 Stunden geschlafen, auch dank einer Vollsperrung auf der Autobahn. In weiser Voraussicht hatte ich mir zwar für den kommenden Tag Urlaub genommen, aber früh aufstehen, um den Doozer zum Kindergarten zu bringen, musste ich ja trotzdem. Und wie das dann so ist, kommt man dann doch nicht wirklich dazu, sich noch mal ein bisschen schlafen zu legen. Und irgendwie steckt mir das immer noch in den Knochen. (Gäääähn.)

Am vergangenen Freitag wachte der Doozer nach dem Mittagsschlaf im Kindergarten mit Fieber und Halsweh auf und ein Besuch beim Arzt ergab dann eine Mandelentzündung. Fieber-Wochenende also bisher. Hoffentlich geht es ihm bald wieder besser. Aber ich will mich nicht beschweren, bis auf einen Miniinfekt sind wir in diesem zweiten Kindergartenherbst bisher echt fit, darauf hab ich auch wirklich gehofft, im ersten Kindergartenjahr haben wir auch wirklich genug „mitgenommen“.

Und sonst so? Die Steuererklärung wartet auf Erledigung *ähem*, den Adventskalender muss ich noch befüllen und, ach, hier im Haus muss im November auch noch einiges erledigt werden. Ich möchte nämlich die Vorweihnachtszeit in diesem Jahr noch ein bisschen mehr als in den vergangenen Jahren zur Entschleunigung nutzen.
Also dann.

Herzmomente.

Als mir Mütter „früher“ von dem tollen Alter zwischen 2 und 3 Jahren erzählten, konnte ich nicht immer nachvollziehen, wovon sie sprachen. Ironisch war es nicht gemeint, diverse Trotz-, Bock- und „Ich-weiß-eigentlich-selbst-gar-nicht-was-ich-will“-Phasen gibt es ja immer mal wieder.

Jetzt, wo hier ein fast 2,5jähriger Sonnenschein rumläuft, weiß ich GENAU, was sie meinten. Hier vergeht gerade kein Tag, an dem der Doozer uns nicht ins Staunen versetzt, unsere Herzen blubbern lässt und uns zum Lachen bringt. Und unsere Grenzen testet. Das ist so unglaublich, wie er sich entwickelt und ich sehe das auch nicht aus dem Blickpunkt „Oh nee, nicht so schnell!“ sondern eher „Das ist SO toll!“. Er versteht alles, was wir ihm sagen sofern er es auch hören will und diese Unterhaltungen mit ihm machen einfach nur Spaß. Heute gab es wieder so ein schönes Beispiel, dass er bei vielen Wörtern durchaus weiß, wie man sie ausspricht, manche Buchstabenkombinationen aber noch ihre Zeit brauchen, bis sie richtig über die Lippen kommen.

Da holt er vorhin einen Lego-Turm, um ihn dem Papa zu zeigen. Als erstes werden alle Farben genannt.
D: „Ein blauer, ein hoter, ein belber, noch ein blauer und ein düner.“
P: „Welche Farbe hat der?“
D: „Dün!“
P: „Dün?“
D: „Nee, Papa, dühüüüüün!“
P: „Ach, grün?!?“
D: „Jaaaa!“ (bitte an dieser Stelle einen Blick nach dem Motto „Boah Papa, hör mir doch zu, das kann doch nicht so schwer sein!“ dazu denken)

Ich könnt ihn einfach nur fressen im Moment. Der kollektive Familien-Lachflash später beim bettfein machen war dann noch die Krönung des Tages. ❤

Auf ein neues.

Acht Tage lang immer wieder hohes Fieber beim Doozer, Nächte mit wenig Schlaf und Sorgen-Magenschmerzen bei mir – den Jahreswechsel und -beginn hätt ich mir schöner gewünscht.

Aber nun ist alles wieder gut, heute und morgen noch Erholungspause für den kleinen Mann und dann starten wir durch in ein tolles neues Jahr.

In diesem Sinne: Habt ein schönes 2013, Ihr Lieben!

Blickwinkel 11.

Die ersten Blickwinkel in diesem Jahr. Merkt man gar nicht, dass ich nicht mehr so viel blogge. *hust* Nun ja.

Turbulente Wochen mit schönen und unschönen Erkenntnissen liegen hinter uns, aber nach vorne gucken ist die Devise. Und das klappt verdammt gut.

Kennenlernnachmittage im Kindergarten und die Eingewöhnungszeit wirft ihre Schatten voraus. So, wie ich das jetzt sehe, wird das eher eine Eingewöhnung für Mama als für den Doozer. ❤

Urlaub in Sicht. Schön. Sehr schön.

Ach ja, der Zaun steht auch. Leider war noch nicht viel Möglichkeit, die neugewonnene Freiheit zu nutzen (klingt jetzt auch eher komisch im Zusammenhang mit einem aufgestellten Zaun, merke ich gerade) aber kommt Zeit, kommt besseres Wetter.

Dankbarkeit. Vorherrschend gerade hier im Moment. Ein gutes Gefühl.